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Kunstmuseum: Knappe Mittel
Während die Baukosten steigen, stagniert das Stiftungskapital bei 500 000 Euro. Der Plan, neben der Keitum-Therme ein Kunstmuseum zu bauen, macht kaum sichtbare Fortschritte. Nun wurden Architekten ausgewählt, die Entwürfe einreichen sollen. Allerdings ist schon das Geld für die Bezahlung dieser Vorarbeiten knapp.
Keitum - Ein Zuhause für die Kunst - das soll das von Dr. Herbert Sieg und seiner Stiftung geplante Museum am Keitumer Watt werden. Wenn es denn was wird.
Denn außer, dass der Vergabeausschuss der Gemeinde Architekten ausgewählt hat, die Vorentwürfe für den Bau des Gebäudes einreichen dürfen, ist lange Zeit nicht viel passiert. Dabei sollten laut Aussagen von Sieg aus dem Jahr 2005 eigentlich schon 2006 erstmals Nachwuchskünstler zum Arbeiten nach Sylt eingeladen und das Stiftungskapital von 500 000 "schnellstmöglich" auf mindestens 800 000 Euro erhöht werden. Dass Letzteres bisher nicht gelungen ist, bestätigte der 2. Vorsitzende der Stiftung, der Notar Rüdiger Eis: "Es konnten noch keine weiteren Zustifter gewonnen werden." Gleichzeitig schaffte er aber auch das Gerücht aus der Welt, wonach das Stiftungskapital gar nicht 500 000 sondern lediglich - wie im Landes-Stiftungsverzeichnis aufgeführt - 300 000 Euro betrage : "Im Moment liegen zwar nur 300 000 Euro auf dem Konto, aber der Stifter hat sich verpflichtet, weitere 200 000 Euro zu überweisen, sobald das Geld gebraucht wird." Zum selben Zeitpunkt, so berichtet Sieg selbst, will er seiner Stiftung außerdem ein "innerbetriebliches Darlehen" von 300 000 Euro gewähren: "So ist ungefähr die Hälfte der Baukosten aus privaten Mitteln gesichert und wir können uns um Landes- und EU-Mittel bewerben."
Im Augenblick wartet aber erstmal der Kieler Architekt und Gemeinde-Berater Joachim Lenschow darauf, die vier Büros benachrichtigen zu dürfen, die der Sylt-Oster Vergabeausschuss um Vorentwürfe bittet. Er erklärt: "Solche Projekte müssen europaweit ausgeschrieben werden. Interessenten bewerben sich mit Referenzen, anhand derer wird ausgewählt, wer Entwürfe einreichen darf." Dass diese Benachrichtigungen noch nicht raus sind, liegt daran, dass die Gemeinde abgespeckte Pläne anfordern möchte. Denn für die eigentlich üblichen Unterlagen reichen die im Haushalt eingestellten 23 000 Euro (die Hälfte trägt die Stiftung), nicht aus. Sylt-Osts amtierender Bürgermeister Christoph Schmatloch: "Wir bitten die Bewerber deshalb, weniger umfangreiches Material zu erstellen, und verzichten auf den Bau von Modellen."
Zu den vier ausgewählten Büros kommen die Sylter Architekten Schlums und Franzen. Sie legten bereits 2005 einen Entwurf vor und wurden als Ausschreibungsteilnehmer gesetzt. Für die von ihnen geplanten Baukosten von 1,6 Millionen Euro wird das Gebäude allerdings nicht mehr zu realisieren sein. Wegen der branchenweiten Kostensteigerungen rechnet die Gemeinde laut Bauamtsleiter Jürgen Scheil inzwischen mit 1,8 Millionen Euro.
Und Schmatloch betont, dass erst nach Auswahl eines Baus über Konzept, Betreiber sowie Finanzierung des Betriebs nachgedacht und auch erst dann eine Entscheidung für oder gegen das Museum gefällt werden könne.
Quelle: SYLTER RUNDSCHAU 15. April 2008
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