Träume und Schmerz
Die Mietwagenbranche in großer Aufruhr lese ich heute morgen im Blätterwald der Insel Sylt. Über vierhundert Autos angeblich wie vom Erdboden verschluckt, wie immer heutzutage geht es bei dem vermuteten Betrug natürlich auch ums liebe Geld.Nun gibt es also vierhundert Mietwagen weniger hier, denke ich mir. Wir werden es verschmerzen, es gibt ja mehr als genug davon, hier auf Sylt. Ich lese weiter, wie sich die Meldungen doch jedes Jahr aus Neue wieder gleichen.
Etwas Prominenz auf der Insel, ein deutscher Mann ist ertrunken, und dies an seinem Ehrentag auch noch. Schlimm dieses Schicksal, sage ich mir, jedes Jahr verschlingt das Meer seine Opfer. Ein hoher Preis, den wir Menschen, die wir an diesem gewaltigen Ozean so gerne leben, dann wohl zahlen müssen.
Ich schaue in die Welt hinaus, zunächst hinüber nach Deutschland, oh weh, oh weh, wie tut dies doch so weh. Der Wolfgang Schäuble wieder mal, die Nummer eins scheint er zu sein, die Nummer eins der sogenannten Bundestrojaner. Eigentlich tuts schon fast weh, man müßte ihn mitleidsvoll bedauern, diesen Mann, ich frage mich, ob er nicht doch leidet, unter etwas Verfolgungswahn.
Wenn da aber die vielen Menschen nicht wären, in diesem Land. Da muss es doch jetzt einmal so richtig anfangen zu gären. Ich schüttele den Kopf, was ist da nur der hehre Zweck, und wann kommen da endlich alle Leute raus ans Deck? Mich schauderts in meinen Gedanken an diesen Mann, wie komme ich bloß heute einmal an eine gute Nachricht dran.
Dann plötzlich, ja, sie gibts ja doch, es gibt ja auch Gutes neben all dem schrecklichen Moloch.
Jim Morrison, Gott hab' ihn selig, sitzt jetzt da oben und schaut ganz sicher zu. Er, der größte Poet der Rockgeschichte, gleichsam zauberhaft wie verzweifelt klang seine Lyrik, mit der er uns an seinen Träumen, seinen Hoffnungen und seinen Schmerz teilhaben ließ. Ihn würde es heute, nach so vielen Jahren, ganz sicher freuen, daß sie ihn noch lieben, seine Treuen.
Den Stern auf dem Walk of Fame, auf dem Hollywood-Boulevard, früher hätte er ihn ganz sicher nicht gewollt. Er hätte gesagt, das stehe ihm gar nicht gut zu Gesicht. Heute, ich will fest daran glauben, sitzt er da oben, und schreibt für seine Doors, genauso wie für uns, nun noch ein weiteres Gedicht.
Meine herzlichen Grüße gehen heute zuerst an alle die, die Jim Morrison und seine Musik liebten, und die ihn, man könnte weinen in ein Kissen, auch heute immer noch vermissen. Herzliche Grüße natürlich auch an alle anderen, drüben in Deutschland und hier auf meiner Insel
Herzliche Grüße von der Insel Sylt,
Ihr Marlon
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