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Es brennt

Marlon über eine Grand Nation im Flächenbrand nach der     Präsidentschaftswahl in FrankreichDie Grand Nation hat gewählt. Auch einige wenige Franzosen auf unserer Insel hier, auf Sylt, sollen gewählt haben lese ich.

Es waren wohl zu wenige, befürchte ich grübelnd, während es mir heute morgen einmal etwas ungewöhnlich heiß über den Rücken läuft. Da war nicht mehr viel zu spüren von meiner schon fast pathetischen Erwartungshaltung, von der Viva la Revolution.

Und schon gar nichts von Viva la France, denn mit diesem Wahlergebnis geht es anscheinend jetzt erst so richtig los da drüben. Der Revolution könnten sie mit der Wahl Sarkozys wahrlich ein Stück näher gekommen sein.

Ich bin jetzt doch einmal gespannt, wie das dort weiter geht, und ob er nun wirklich den Hochdruckstrahler persönlich in die Hände nimmt. Mit einem Kärcher will er die Vororte von Paris von dem Gesindel säubern. Das hat er selbst so formuliert, und so richtig staatsmännisch klingt das doch eigentlich nicht.

Wenn ich mir die demokratische Welt von heute so anschaue, verfalle ich immer mehr in den Zustand nicht endenwollender Grübeleien. Ich stelle mir dann Fragen, die ich mir irgendwie selbst beantworten will, und ich stelle zu meinem Bedauern fest, mir gelingt es nicht.

So frage ich mich, wie es dazu kommen kann, daß ein Mann gewählt wird, der Akten über dreijährige Kinder anlegen will. Kinder, die bereits im Kindergarten in irgendeiner Weise auffällig geworden sind.

Und ich stelle mir die Frage, wieso man einen Mann gewählt hat, der seinem politischen Ziehvater Jaques Chirac einst bei dessen Präsidentschaftswahlkampf quasi hinterrücks den Dolchstoß versetzen wollte, in dem er ausgerechnet den Konkurrenten Chiracs unterstützt hatte. Aus Karrieregründen, wie er selbst es hinterher nicht verleugnete, weil er diesem damals mehr Erfolgschancen einräumte. Irrigerweise, wie sich dann im Nachhinein herausstellte.

Chirac versuchte ihn dann wohl kalt zu stellen. Was ja dann nicht so richtig geklappt hat, wie man jetzt sieht. Nicht nur dieser großen Mann, Jaques Chirac, sieht nun mit Sorgenfalten, wer das höchste Amt in seinem Land nun inne hat. Aber vielleicht hat das ja auch einmal etwas Gutes, hoffe ich zumindest jetzt, denn in wenigen Wochen ist Parlamentswahl. Und in der Nationalversammlung hat ja die Partei des neuen Staatspräsidenten, die UMP, eine unglaublich starke absolute Mehrheit. Mal sehen was dann geschieht.

Aber dann, selbst wenn er diese Mehrheit verlieren sollte, wer weiss, wie es dort weiter geht. Der französiche Staatspräsident hat Befugnisse wie kaum ein anderer in der demokratischen Welt. Er ernennt nicht nur den Premieminister, sondern er kann Gesetze mit seinem Veto blockieren und zur Not sogar die Nationalversammlung auflösen.

Dies wird noch eine ganz besonders heiße Kiste, sage ich mir. Und ich werde es weiter beobachten, so wie immer, von meiner schönen Insel hier.

Mit großer Sorge grüße ich deshalb heute zuerst nach Frankreich, sowie nach Malta. Dort macht der neue Staatspräsident Sarkozy jetzt erst einmal Urlaub, wie man hört, und schaut sich die vielen Brandherde in seinem Land von da unten aus an. Auf einer schönen Luxusyacht, die ihm ein Großindustrieller dafür spendiert haben soll. Und nicht nur ich finde das alles Andere als besonders toll.



Herzliche Grüße von der Insel Sylt,

Ihr Fips


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